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Aktuelles

Fastenaktion: Soviel du brauchst?!

Wissen Sie, wie Ihr virtueller Wasserfußabdruck aussieht? Die diesjährige Aktion zum Klimafasten lädt ein, ein klimafreundliches Leben zu erkunden und auszuprobieren.

Auch in diesem Jahr sind Sie herzlich eingeladen unter dem Motto: ?So viel du brauchst..." neu zu erkunden, was wir brauchen und auszuprobieren, wie der Weg zu einem klimafreundlichen Leben aussehen kann.

Anregungen für neue Gedanken und andere Verhaltensweisen gibt Ihnen die Broschüre für das Klimafasten. Sie beinhaltet für jede Woche nützliche und hilfreiche Tipps für gemeinsame Veränderungen in unterschiedlichen Bereichen wie Energie, Ernährung oder Mobilität. Die Ideen kann man alleine oder in der Gruppe entwickeln und ausprobieren.

Broschüre für das Klimafasten (auch erhältlich in unseren Büros)

Viele weitere Anregungen und Informationen, auch theologische Impulse finden Sie www.klimafasten.de.

Weltgebetstag 2021

Aus Vanuatu: online und interaktiv. Der Weltgebetstag beschreitet in diesem Jahr neue Wege! Entdecken Sie die Klimastationen oder sind Sie dabei beim online-Gottesdienst

In diesem Jahr kommt der Weltgebetstag von Frauen des pazifischen Inselstaats Vanuatu. Im Mittelpunkt steht die Frage, woran wir uns zukünftig orientieren werden. „Worauf bauen wir?“ Diese Frage ist für Vanuatu lebenswichtig. Sie ist die durch den Klimawandel am stärksten bedrohte Region der Welt.
Angesichts der Pandemie hat die ökumenische Vorbereitungsgruppe der Kirchengemeinde Niendorf und St. Ansgar sich gegen einen analogen Gottesdienst entschieden und stattdessen den Weltgebetstag vielfältig geweitet! Herzliche Einladung:

Eintritt frei - Spenden für die Projektarbeit weltweit erwünscht.

Andacht feiern via Zoom

Jeden Sonntag feiern wir die Newsletter-Andacht auch bei Zoom. Sie wird geleitet von einem Mitglied unseres Pastor*innen-Teams und musikalisch gestaltet von unserem Kirchenmusiker Finnegan Schulz. Alle Informationen finden Sie hier.

Die Andacht beginnt am Sonntag um 11:15 und endet gegen 12:00. Wer mag, kann im Anschluss der Andacht noch zu einem Gedankenaustausch bleiben. Ab 11 Uhr wird der digitale Raum für Sie geöffnet sein.

Hier kommen Sie direkt zum Zoom-Raum.

Alternativ können Sie sich auch händisch bei Zoom einwählen:
Meeting-ID: 937 0486 4488
Kenncode: 251097

Wer Fragen zu Zoom hat und den Zugang dazu einfach mal ausprobieren möchte, kann dies am Mittwoch, den 10. Februar zwischen 16 und 18 Uhr tun. Unser stellvertretender KGR-Vorsitzende Florian Weißler steht dort für Fragen und einer Probe-Zoom-Sitzung zur Verfügung. Bitte melden Sie sich dafür per Mail an unter .

Kinderfreizeit 2021 nach Sylt

Vom 10. bis 16. Mai geht's nach Puan-Klent auf Sylt. Anmeldung ab jetzt!

Es ist reserviert, und so die dann geltenden Bestimmungen es erlauben, wollen wir reisen. 6 Tage Meer, Sand, Baden, Gruppe und Spaß für Kinder ab 8 bis 12 Jahre. Anreise per Zug und Sylter Verkehrsgesellschaft, Vollverpflegung, Meer in alle Richtungen, Baden unter-Aufsicht für die Nordseewellen des eigenen Badestrandes auf der Westseite der Insel. Wattwanderung, Nachtwanderung, viel Strand und Spaß, Besuch: der Ausstellung „Natur-gewalten“ in List, Minigolf, Puan-Rallye, Tischtennis, Spielen auf der Wattwiese, Kreatives im Gruppenraum und vieles mehr. So naturnah, beschäftigen wir uns mit allen Sinnen zu Gottes einzigartiger Schöpfung.
Mehr Informationen: www.puan-klent.de
und bei Diakonin Maike von Appen

Ein kleiner Vorgeschmack von Willi Wetzel zum Meer und Meer weg! „Ebbe und Flut“

Anmeldeflyer Kinderfreizeit 2021

HomeChurch - die wöchentliche Andacht

Wir laden Sie herzlich ein in unsere wöchentliche "HomeChurch" oder besser "Kirche für Zuhause", die Sie hier mit einer Andacht unseres Pastor*innen-Teams jede Woche neu auf unserer Webseite finden oder jeden Sonnabend per E-Mail erhalten können.

Gebete, ein Lied, die Lesung des Sonntags und eine kleine Ansprache erhalten Sie mit unserem wöchentlichen Newsletter "Kirche für Zuhause" frei Haus. Zünden Sie sich für Ihre HomeChurch gerne eine Kerze an und stimmen Sie in Gedanken verbunden mit uns ins Gebet ein. Auf Wunsch erhalten Sie unser Angebot auch per Post. Unser Kirchenmusiker*innen begleiten die Lieder der Andachten an der Orgel oder dem Klavier.

Sie möchten eine Andacht lieber hören? Unsere Telefonandachten erreichen Sie unter 040 52105784 oder direkt hier anhören:

Telefonandacht vom 07.03.21

 

Andacht zum Weltgebetstag, 07.03.2021

Hier können Sie die Andacht zum Weltgebetstag aus Vanuatu von Pastorin Maren Gottsmann auch als PDF herunterladen.

Im Vertrauen auf Gottes Gegenwart feiern wir diesen Gottesdienst.
Im Vertrauen auf Gottes Liebe, die uns begleitet.
Und die uns Mut macht, einander zu begleiten.

In God we stand — auf Gott vertrauen wir und mit Gott bestehen wir. Diese Worte stehen auf dem Staatswappen von Vanuatu. Einem kleinen Inselstaat im Südpazifik. In diesem Jahr kommt die Gottesdienstordnung des Weltgebetstages aus diesem Paradies am Ende der Welt. Nur 300 000 Menschen umfasst die Bevölkerung. Die Herausforderung, vor denen sie stehen, sind enorm. Aber ebenso beeindruckend ihr Vertrauen, mit dem sie sich diesen Aufgaben stellen. In God we stand. Und sie fragen uns: Warauf bauen wir?

Und so feiern wir diesen Gottesdienst. Mit Abstand — und doch verbunden, in unserer Gemeinde und darüber hinaus mit Menschen in über 120 Ländern, die den Weltgebetstag begehen als die weltweit größte, ökumenische Bewegung.

Eine Frau beugt sich über ihr Kind.
Stillt sie es?
Schützt sie es?
Ihr Arm bildet ein Schild
Das Kind ist sicher.

Schutz und Wärme sind das Zentrum dieses Bildes.
Sind sie auch das Zentrum meines Lebens?
Wo gebe ich Schutz und Wärme?
Wo empfange ich Schutz und Wärme?

Wurzeln, Bäume, Wellen, Wind.
Bewegung auf dem Bild.
Bewegung in meinem Leben.
Veränderungen, Bedrohung?
Wo bin ich?

Doch die Wurzeln halten,
halten die Frau und ihr Kind,
halten sie auch mich?
Was sind meine Wurzeln,
was ist mein Boden?
Worauf baue ich mein Leben?

„Ich fürchte kein Unheil, denn du bist bei mir,
dein Stock und dein Stab geben mir Zuversicht“
(nach Psalm 23)
Als Bibeltext für den diesjährigen Weltgebetstag haben die Frauen aus Vanuatu ein Gleichnis Jesus ins Zentrum ihrer Gottesdienstordnung gestellt. Sie fragen: Worauf bauen wir in unserem Leben? Worauf baut ihr in eurem Leben?

Im Matthäusevangelium, Kapitel 7, 24 — 27 heißt es:
Alle, die nun meine Worte hören und entsprechend handeln, werden einer klugen Frau, einem vernünftigen Mann ähnlich sein, die ihr Haus auf Felsen bauten. Und Regen fällt herab, es kommen reißende Flüsse, Stürme wehen und überfallen dieses Haus — und es stürzt nicht ein! Denn es ist auf Felsen gegründet. Alle, die nun meine Worte hören und sie nicht befolgen, werden so unvernünftig sein wie eine Frau oder ein Mann, die ihr Haus auf Sand bauten. Und Regen fällt herab, es kommen reißende Flüsse, Stürme wehen und prallen an dieses Haus — da stürzt es in einem gewaltigen Zusammenbruch ein!
(nach Bibel in gerechter Sprache)
Predigt
Um Hören und Handeln geht es und um Felsen und Sand, um Regen und Stürme.

Damit kennen sich die Menschen in Vanuatu aus, dem Inselstaat auf dem pazifischen Feuerring. Über Generationen haben sie gelernt, auf die Natur zu hören. Wer dann nicht entsprechend handelt, überlebt nicht. Die traditionellen Hütten mit ihren langen Dächern trotzen starken Regenfällen und Stürmen. Nahrungsdepots in den Regenwäldern - sogenanntes Disaster-Food — sichern den Dorfgemeinschaften das Überleben nach einem schweren Sturm oder Tsunami. Das war auch am 15. März 2015 so, als der stärkste bis dahin gemessene Zyklon mit 300 Stundenkilometer Vanuatu verwüstete. In wenigen Stunden entstand ein Schaden von 60 % des Bruttoinlandproduktes. 24 Menschen kamen ums Leben.

Auch diese Erfahrung war es, die das ökumenische Weltgebetstagskomitee Vanuatus dazu bewegte, Jesu Gleichnis vom Hausbau auszuwählen. Denn sie erleben: Bisherige Gewissheiten und Regeln reichen nicht mehr aus, um angesichts des Klimawandels das Überleben auf den Inseln zu sichern. Vanuatu gehört zu den am meisten gefährdeten Staaten der Welt und ist in mehrfacher Hinsicht von den Folgen des Klimawandels betroffen. Neben der Zunahme von Stürmen sind es die Zunahme von extremen Regenfällen und die veränderten Regenmustern, die zu Trockenperioden führen. Die Temperaturveränderungen verlangen nach neuen, dem angepassten Obst- und Gemüsesorten und die Erwärmung des Meeres tötet nicht nur die schützenden Korallenriffe sondern verringert auch die Fischbestände. Auf all das gilt es in den nächsten Jahren zu reagieren und vieles wurde bereits begonnen. Dazu gehört auch ein Plastikverbot, dass zu den strengsten weltweit gehört. Auch Einwegwindeln fallen darunter.

Hören und Handeln.

Für die Menschen aus Vanuatu bedeutet das auch: Zusammen zu handeln. Klimagerechtgkeit ist für sie keine Frage des Schadensersatz, den wir Industriestaaten zu leisten hätten. Immerhin liegt die CO2 Emission in Deutschland bei 9,15 Tonnen pro Kopf und Jahr, in Vanuatu bei 0, 29 Tonnen. Demnach ist klar, wer das Problem des Klimawandels verursacht hat. Doch sich als Opfer der industrialisierten Teile der Welt zu verstehen hat in dem Verständnis der Inselbevölkerung keine Zukunftsperspektive. Sie verstehen den Klimawandel als eine Herausforderung historischen Ausmaßes, die nur gemeistert werden kann, wenn alle Teile der Welt zusammen arbeiten und an einem Strang ziehen. „Euer Geld wollen wir nicht“, sagt Willy Missack, der Koordinator das nationalen Netzwerkes zum Klima, dem neben der Regierung, Wirtschaftsverbänden und weiteren Organisationen auch die Kirchen angehören. „Wir brauchen euch als Partner im Kampf gegen den Klimawandel. Lasst Euch auf die Realitäten derer ein, die bereits jetzt davon betroffen sind, dann finden wir gemeinsam Maßnahmen, die den Menschen eine echte Zukunftschance geben.“

Auch Julia Mallas King baut auf das Miteinander, um die konkreten Herausforderungen bewältigen zu können. Sie ist Unternehmerin, Profi-fußballerin, vierfache Mutter und Predigerin. In der Industrie — und Handelskammer von Vanuatu ist sie für Frauenfragen zuständig. In ihrer Pfingstgemeinde und ruft sie die Frauen auf, Verantwortung zu übernehmen. In dem Inselstaat ist all das mehr als unüblich für eine Frau. Bei der Geschlechtergerechtigkeit rangiert das Paradies am Ende der Welt auf Platz 149. Frauen haben in Vanuatu viel zu arbeiten aber wenig zu sagen und noch weniger zu entscheiden.

60 % der Frauen haben zum Teil mehrfach physische und/oder sexuelle Gewalt erlebt, ein Drittel von ihnen mit bleibenden körperlichen Verletzungen. Wenn es in dem Bibelabschnitt um Hören und Handeln geht, dann richtet sich die 37jährige Predigerin deswegen bewusst an die Frauen in der Gemeinde: Sie sagt ihnen: Schaut nicht auf das, was andere sind und tun, schaut auf das, was ihr seid und tut. Wenn ihr ein besseres, gerechteres, gesünderes Vanuatu möchtet, müsst Ihr Euch eurer eigen Stärker und euren eignen Kompetenzen bewusst sein. Nur so könnt ihr im Team eure Gaben einbringen.

Worauf bauen wir? Was trägt unser Leben, wenn es ins Wanken gerät?

Das sind Fragen, die uns die Menschen aus Vanuatu heute stellen.

In den Krisen ihres Lebens haben sie Antworten gefunden, die sie uns weitergeben. Sie erlebten, dass es klug ist, gemeinsam am Lebenshaus für alle zu bauen- ein „Mehrfamilienhaus“, ein „Menschheitsfamilienhaus“. Das Fundament kann dabei aus verschiedenen Steinen zusammengefügt werden. Vielleicht heißt einer der Steine Dankbarkeit und Freude. Oder: Gerechtigkeit, Mut oder langer Atem, Frieden und Solidarität. Ein Stein könnte Veränderung heißen. Auch: konsequente Entscheidungen und politische Beschlüsse.

Aus Vanuatu kommt übrigens auch ein Bauplan, ein weiteres Wort Jesu, die sogenannte Goldene Regel. Alles, was ihr wollt, dass euch die anderen tut, das tut ihnen ebenso, heißt es dort.

Mit diesem Bauplan in der Hand und ihrem Wappen im Rücken gehen die Menschen Vanuatus zuversichtlich in die Zukunft. Und laden uns ein, mitzubauen.

Welchen Stein werden wir ins Fundament setzen?
Amen


Wir singen gemeinsam, begleitet von Finnegan Schulz: Wer nur den lieben Gott lässt walten. Weltgebetstagsordnung S. 5
1. Wer nur den lieben Gott lässt walten
Und hoffet auf Ihn allezeit.
Den wird er wunderbar erhalten
In aller Not und Traurigkeit.
Wer Gott, dem Allerhöchsten, traut,
der hat auf keinen Sand gebaut.

2. Was helfen uns die schweren Sorgen,
was hilft uns unser Weh und Ach?
Was hilft es, dass wir alle Morgen
beseufzen unser Ungemach?
Wir machen unser Kreuz und Leid
nur größer durch die Traurigkeit.

3. Drum halte nur ein wenig stille
Und warte, in dir selbst vergnügt,
wie unsers Gottes Gnadenwille
und sein Allwissenheit es fügt!
Gott, der uns sich hat auserwählt,
der weiß auch sehr wohl, was uns fehlt.
Fürbitte
Wir verbinden uns mit den Menschen in Vanuatu und in der Welt.

Gott, du bist Anfang und Ende. Wir bitten dich:
Hilf uns, dass wir uns für den Frieden auf der Welt und in unseren Familien einsetzen.
Wir bitten um Weisheit für die Regierenden und die Menschen in Vanuatu und weltweit.

Wir wollen aufstehen gegen Ungerechtigkeit in unseren Ländern und Widerstand leisten. Gib uns die Kraft, für unsere Inseln, Völker, Länder und Nationen Verantwortung zu übernehmen.

Wir bitten, dass wir in Einheit, Liebe und Frieden mit ethnischer und kultureller Vielfalt leben können wie in Vanuatu und vielen anderen Orten der Welt.

Wir denken an die Menschen, die von Naturkatastrophen wie Wirbelstürmen und Vulkanausbrüchen bedroht sind.

Wir sorgen uns um Menschen, die unter Abhängigkeiten leiden.
Und gemeinsam beten wir mit den Worten Jesu:
Vaterunser
Vater unser im Himmel
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld.
Wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich,
und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
Amen
Segen
Gott segne Dich und Gott behüte Dich
Gottes Angesicht leuchte über Dir und sei Dir gnädig.
Gott schaue Dich freundlich an und schenke Dir Frieden.
Amen
Wir singen zum Abschluss, begleitet von Finnegan Schulz das Lied: „Der Tag ist um...“
1.Der Tag ist um, die Nacht kehrt wieder,
Auch sie, o Herr, ist Deine Zeit.
Dich priesen unsre Morgenlieder,
Nun sei die Stille Dir geweiht.

2.Wie über Länder, über Meere
Der Morgen ewig weiterzieht,
Tönt stets ein Lied zu Deiner Ehre,
Dein Lob, vor dem der Schatten flieht.

3.Kaum ist die Sonne uns entschwunden,
Weckt ferne Menschen schon ihr Lauf,
Und herrlich neu steigt alle Stunden
Die Kunde Deiner Wunder auf.

4.So mögen Erdenreiche fallen,
Dein Reich, Herr, steht in Ewigkeit
Und wächst und wächst, bis endlich Allen
Das Herz zu Deinem Dienst bereit!

Andacht zum 2. Sonntag der Passionszeit, 28.02.2021

Hier können Sie die Andacht zum 2. Sonntag der Passionszeit von Pastorin Ute Andresen auch als PDF herunterladen.

Herzlich willkommen heute, in diesem Moment zur Homechurch! Schön, dass Sie, dass ihr dabei seid, sich Zeit für eine Andacht zu nehmen. Vielleicht ist die Kerze schon gezündet, vielleicht läuft im Hintergrund eine feine Musik oder Stille bereitet sich für eine meditative Zeit aus.
Wir feiern Gottesdienst im Namen Gottes, der Quelle allen Lebens,
im Namen Jesu Christi, der uns Freund und Wegbegleiter sein will
und im Namen des Heiligen Geistes, die uns immer wieder die Kraft schenkt, einschränkende Weg zu verlassen und sich neu auszurichten.
Amen.

Dieser 2. Sonntag in der Passionszeit heißt Reminiszere und bezieht sich auf den 25. Psalm, Vers 6: „Erinnere dich, Gott, an deine Liebe und Barmherzigkeit, mit der du deinen Menschen schon von alters her begegnet bist.“ Erinnere dich, Gott, und vergiss deine Zusage nicht, auch wenn wir dich manchmal vergessen — möchte ich hinzufügen. Dazu passt der folgende Psalm:

Psalm 103: Du schlägst eine Brücke zu uns
Mit allen Fassetten meines Lebens will ich dich loben,
Gott, denn alles, was mein Leben reich gemacht hat, kommt von dir.
Von ganzem Herzen will ich dir danken,
Gott, denn du hast mich reich beschenkt und mir gezeigt, wie Leben geht.
Liebevoll und voller Güte nimmst du mich an, wie ich bin,
mit allen meinen Unfähigkeiten, aber auch mit meinem Können,
somit gibst du mir neues Vertrauen und stärkst meinen Rücken.
In deiner Liebe und in deiner Achtsamkeit bin ich aufgehoben.
So bewahrst du mich davor, mein Leben zu verspielen oder zu vertun.
Ich merke, wie viel Freude, Neugier und Hoffnung in mir ist
und möchte die Welt umarmen und mit den Wolken ziehen.
Seit alters her wissen die Menschen um deine Fürsorge.
Du kommst ihnen mit ausgebreiteten Armen und weitem Herzen entgegen
und zeigst uns so, was wir dir bedeuten.
Du rechnest unsere Fehler und unsere falschen Schritte nicht auf,
du bestrafst uns auch nicht, auch wenn wir es verdienst haben.
Du schlägst eine Brücke zu uns, auch wenn wir oft weit von dir entfernt stehen,
umhüllst uns mit dem Mantel deiner Vergebung und Gnade,
wenn wir am Glauben, trotz mancher Zweifel, festhalten.
Unser Versagen rückt so bis an das Ende der Welt von uns ab
und wir erkennen: Wir bleiben deine Kinder.
Deine Liebe und deine Barmherzigkeit begleiten uns,
heute und an jedem neuen Tag.
Amen.
(Die Grundidee der Übertragung des Psalms stammt von Peter Spangenberg, Höre meine Stimme, anderes kommt von mir.)
Ich steh mit leeren Händen, Herr, im Evangelischen Gesangbuch, Nr. 382
1. Ich steh vor dir mit leeren Händen, Herr;
fremd wie dein Name sind mir deine Wege.
Seit Menschen leben, rufen sie nach Gott;
mein Los ist Tod, hast du nicht andern Segen?
Bist du der Gott, der Zukunft mir verheißt?
Ich möchte glauben, komm mir doch entgegen.

2. Von Zweifeln ist mein Leben übermannt,
mein Unvermögen hält mich ganz gefangen.
Hast du mit Namen mich in deine Hand,
in dein Erbarmen fest mich eingeschrieben?
Nimmst du mich auf in dein gelobtes Land?
Werd ich dich noch mit neuen Augen sehen?

3. Sprich du das Wort, das tröstet und befreit
und das mich führt in deinen großen Frieden.
Schließ auf das Land, das keine Grenzen kennt,
und lass mich unter deinen Kindern leben.
Sei du mein täglich Brot, so wahr du lebst.
Du bist mein Atem, wenn ich zu dir bete.
Für die Predigt ist heute das Weinberglied aus dem Buch des Propheten Jesaja vorgesehen. Der Text ist in die Predigt integriert und wird deshalb vorher nicht gelesen.

Predigt Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, hören Sie, hört das Lied, das der Prophet Jesaja singt:

1 Wohlan, ich will von meinem lieben Freund singen, ein Lied von meinem Freund und seinem Weinberg. Mein Freund hatte einen Weinberg auf einer fetten Höhe. 2 Und er grub ihn um und entsteinte ihn und pflanzte darin edle Reben. Er baute auch einen Turm aus Stein darin, grub eine Kelter und wartete darauf, dass er gute Trauben brächte;

Das Lied ertönt auf dem Marktplatz in Jerusalem und die Köpfe der Menschen wenden sich dem Mann zu, der zu singen beginnt, Jesaja. Was wird es heute sein? Jesaja ist stadtbekannt: Vor Jahrzehnten ist er drei Jahre nackt durch die Stadt gegangen. Seine Kinder tragen Zeichennamen, wie „Nur ein Rest wird umkehren“ oder „Eine Schnelle Beute anderer“. Die Mitbürger sollten jedes Mal, wenn er sie ruft, aufgerüttelt werden — denn so kündigte er das Strafgericht Gottes an! Jesaja war Prophet und heute würde man sagen: Er war ein Aktions-künstler, ein Sozialkritiker.

Für seinen heutigen Auftritt, geht er als Bänkelsänger auf den Markplatz in Jerusalem: „Wohlan, ich will euch von meinem Freund singen, ein Lied von meinem Freund und seinem Weinberg“, so beginnt er lauthals zu intonieren. Und vor dem inneren Auge seiner Hörerinnen und Hören taucht der Weinberg auf fetten Höhen auf. Sie beginnen zu schmunzeln, denn wenn ein Mann so liebevoll vom Weinberg singt, dann ist immer auch eine Frau im Spiel. Sie kennen das Bild vom Weinberg, das doch eigentlich eine Frau symbolisiert, schon von König Salomo und seinem „Hohelied der Liebe“. Sie hören, wie sich langsam eine Romanze anbahnt. Auch ich lasse mich in diese Melodie mit hineinziehen. Ich sehe, wie der Freund sich um die Frau seines Herzens bemüht, wie er sie einlädt, sie gemeinsam Tee trinken und Spazieren-gehen. Wie er nicht mehr mit seinen Freunden um die Häuser zieht, sondern jede freie Minute mit ihr verbringt. Ihr jeden Wunsch von den Augen abliest. Er träumt von einer langfristigen Beziehung, deshalb baut er einen Turm aus Stein, nicht aus Lehm. Er schlägt eine Kelter, damit sie frischen Wein und ein gemeinsames Auskommen haben. Ja, er vernachlässigt alle und alles, investiert Zeit in das, was ihm das Wichtigstes ist, die Verbindung.

2. Er baute auch einen Turm aus Stein darin, grub eine Kelter und wartete darauf, dass der Weinberg gute Trauben brächte; aber er brachte schlechte.

Was für eine Enttäuschung. Trotz aller Bemühungen, aller Pflege tritt nicht das gewünschte Ergebnis ein, sondern er bekommt nichts heraus — alles umsonst. Die Romanze zerplatzt, Frust breitet sich aus, verwandelt sich in Wut — vielleicht sogar in Hass! Jesaja singt weiter und die Tonart und Perspektive verändert sich: Plötzlich heißt es nicht mehr „sein Weinberg“, sondern: 3 Nun richtet, ihr Bürger zu Jerusalem und ihr Männer Judas, zwischen mir und meinem Weinberg! 4 Was sollte man noch mehr an meinem Weinberg tun, das ich nicht getan habe an ihm? Warum hat er denn schlechte Trauben gebracht, während ich darauf wartete, dass er gute brächte?

Jesaja ruft die Menschen auf, zwischen den beiden zu richten - die Köpfe senken sich. Wie sollen sie richten, sagen, was Recht und Gerechtigkeit ist. Sie empfinden Mitleid mit dem, der sich doch so brennend eingesetzt hat, der alles versucht hat, um seinem Herzenswunsch zu folgen, um der Liebe seines Lebens zu imponieren. Sie alle haben schon solche Enttäuschung mit einem anderen erlebt, alles für ihren Augenstern gegeben, und dann wurden sie eiskalt abserviert. Sie fühlen seine Wut. Und wissen doch: Liebe ist nicht zu erzwingen. Doch bevor sie etwas sagen können, um seinen Schmerz zu lindern, spricht Jesaja voller Wut weiter: 5 Wohlan, ich will euch zeigen, was ich mit meinem Weinberg tun will! Sein Zaun soll weggenommen werden, dass er kahlgefressen werde, und seine Mauer soll eingerissen werden, dass er zertreten werde. 6 Ich will ihn wüst liegen lassen, dass er nicht beschnitten noch gehackt werde, sondern Disteln und Dornen darauf wachsen. Selbst den Wolken will ich gebieten, dass sie nicht darauf regnen.

Ich werde alles, was ich mit Liebe aufgebaut habe, vernichten: Jeden Brief, jedes kleine Zeichen der Zuneigung will ich in den Müll schmeißen. Ich werde keine Schutzmauer mehr sein, werde meine Liebe und meine Aufmerksamkeit zurückziehen - sollen doch Disteln statt rote Rosen wachsen. Ich bin raus. Es ist mir egal, was in Zukunft geschieht.

Die Zuschauer*innen spüren die Wut und die Traurigkeit, den Schlag, den der Verschmähte einstecken muss. Sie fühlen mit ihm. So viele Jahre braucht es, um eine Liebe wachsen zu lassen, einen Weinberg anzulegen bis Trauben für einen schmackhaften Wein herauskommen — und nun diese Schmach! Die Umherstehenden stimmen dem Sänger zu: Ja, das ist eine gerechte Strafe, wenn er keinen Gedanken mehr an die Treulose verschwendet. Da hören sie, wie der Sänger noch einmal Luft einzieht —noch ein Vers? — und Jesaja singt: 7 Des HERRN Zebaoth Weinberg aber ist das Haus Israel und die Männer Judas seine Pflanzung, an der sein Herz hing. Er wartete auf Rechtsspruch, siehe, da war Rechtsbruch, auf Gerechtigkeit, siehe, da war Geschrei über Schlechtigkeit.

Plötzlich erkennen die Menschen auf dem Marktplatz, dass sie die Treulosen in dem Lied sind. Gott ist der Weingärtner, dessen Liebe und Mühe, sie nicht erwidert, sondern als gegeben hingenommen haben. Sie erkennen: Wir sind Gott untreu geworden, weil wir nur auf uns sehen, um den größten Gewinn selbst einstreichen zu können, auch wenn die Kluft zwischen den Besitzenden und den Besitzlosen immer größer wird; weil das Recht gebeugt und wir durch Macht und Geld korrumpiert worden sind. Niemand fragt nach gerechten Strukturen im Handeln oder nimmt die Hilferufe über die Schlechtigkeit des Zusammenlebens mehr wahr.

Nun verstehen sie.

Ent--Täuschung braucht Zeit, um realisiert zu werden. Zorn braucht Zeit, um zu verrauchen. Vergebung braucht Zeit, um neu zu wachsen — Gottes hat diese Zeit. Seine Liebe erneuert sich immer wieder — und legt mit Lust und Zuversicht neue Weinberge für die Zukunft an: „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben.“
Amen


Sollt ich meinem Gott nicht singen!! (EG Lied 325)
1. Sollt ich meinem Gott nicht singen? Sollt ich ihm nicht dankbar sein?
Denn ich seh in allen Dingen, wie so gut er's mit mir mein'.
Ist doch nichts als lauter Lieben, das sein treues Herze regt,
das ohn Ende hebt und trägt, die in seinem Dienst sich üben.
Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit.

7. Wenn ich schlafe, wacht sein Sorgen und ermuntert mein Gemüt,
dass ich alle liebe Morgen schaue neue Lieb und Güt.
Wäre mein Gott nicht gewesen, hätte mich sein Angesicht nicht geleitet,
wär ich nicht aus so mancher Angst genesen.
Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit.

10. Weil denn weder Ziel noch Ende sich in Gottes Liebe find't,
ei so heb ich meine Hände zu dir, Vater, als dein Kind,
bitte, wollst mir Gnade geben, dich aus aller meiner Macht
zu umfangen Tag und Nacht hier in meinem ganzen Leben,
bis ich dich nach dieser Zeit, lob und lieb in Ewigkeit.
Fürbittgebet
Gott, gedenke an deine Liebe und Barmherzigkeit,
so ist heute unsere Bitte:
Gib uns nicht auf.
Überlass die beschädigte Welt nicht nur uns selber.
Überlass uns die Welt nicht der Gnadenlosigkeit der Macht- und Verteilungskämpfe.
Überlass uns nicht abstrusen Theorien und absonderlichen Plänen.
Überlass nicht die Menschen in den Elendslagern ihrem Schicksal.
Hilf uns Vertrauen zu wagen und Schritte auf neuen Wegen zu gehen
Erinnere dich, Gott, an deine Liebe und Barmherzigkeit,
mit der du deinen Menschen schon von alters her begegnet bist.
In der Stille bringen wir vor dich, was uns und unser Herz in Unruhe hält.
Stille
Auf dich, Gott, können wir trauen, denn Du schlägst eine Brücke zu uns.
Gemeinsam beten wir:
Vater unser
Vater unser im Himmel
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld.
Wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich,
und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
Amen
Segen
Gott segne dich und behüte dich.
Gottes Brücke leite dich über Unwägbarkeiten.
Gottes Licht weise dir den Weg.
Gottes Liebe und Barmherzigkeit schenke dir ein inneres Zuhause
und begleite dich heute und an jedem neuen Tag.
Amen!
Abschließend hören wir gespielt von Finnegan Schulz: Grave Und Allegro Aus Toccata Septima (Georg Muffat)

Andacht zum 1. Sonntag der Passionszeit, 21.02.2021

Hier können Sie die Andacht zum 1. Sonntag der Passionszeit von Pastorin Maren Trautmann auch als PDF herunterladen.

Der Friede Gottes sei mit dir!
Herzlich willkommen zur Andacht für zu Hause. Schön, dass Sie sich die Zeit dafür nehmen.
Im Vertrauen auf Gottes Gegenwart sind wir miteinander verbunden, wo und wann immer wir feiern.

Es ist der 1. Sonntag der Passionszeit. Hingeführt werden wir dazu mit einem Psalm, der bedingungslosen Schutz verspricht. Unser Rüstzeug für die kommenden Wochen.

Wir beten mit Worten aus Psalm 91
1 Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt
und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt,
2 der spricht zu dem HERRN: Meine Zuversicht und meine Burg,
mein Gott, auf den ich hoffe.
3 Denn er errettet dich vom Strick des Jägers
und von der verderblichen Pest.
4 Er wird dich mit seinen Fittichen decken,
und Zuflucht wirst du haben unter seinen Flügeln.
Seine Wahrheit ist Schirm und Schild,
9 Denn der HERR ist deine Zuversicht,
der Höchste ist deine Zuflucht.
10 Es wird dir kein Übel begegnen,
und keine Plage wird sich deinem Hause nahen.
11 Denn er hat seinen Engeln befohlen,
dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen,
12 dass sie dich auf den Händen tragen
und du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest.
Amen.
Wir hören/singen das Lied „Ach, bleib mit deiner Gnade“ (EG 347)
1) Ach bleib mit deiner Gnade
bei uns, Herr Jesu Christ,
dass uns hinfort nicht schade
des bösen Feindes List.

2) Ach bleib mit deinem Worte
bei uns, Erlöser wert,
dass uns sei hier und dorte
dein Güt und Heil beschert.

3) Ach bleib mit deinem Glanze
bei uns, du wertes Licht;
dein Wahrheit uns umschanze,
damit wir irren nicht.

4) Ach bleib mit deinem Segen
bei uns, du reicher Herr;
dein Gnad und alls Vermögen
in uns reichlich vermehr.

5) Ach bleib mit deinem Schutze
bei uns, du starker Held,
dass uns der Feind nicht trutze
noch fäll die böse Welt.

6) Ach bleib mit deiner Treue
bei uns, mein Herr und Gott;
Beständigkeit verleihe,
hilf uns aus aller Not.
Passionszeit - für viele ist das gleichbedeutend mit Fastenzeit. Um Jesu Wüstenzeit, in der er 40 Tage lang fastete, geht es heute im Evangelium.
Bei Matthäus im 4. Kapitel lesen wir über Jesu Versuchung:

1 Da wurde Jesus vom Geist in die Wüste geführt, damit er von dem Teufel versucht würde. 2 Und da er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn. 3 Und der Versucher trat herzu und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so sprich, dass diese Steine Brot werden. 4 Er aber antwortete und sprach: Es steht geschrieben (5. Mose 8,3): »Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes geht.« 5 Da führte ihn der Teufel mit sich in die heilige Stadt und stellte ihn auf die Zinne des Tempels 6 und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so wirf dich hinab; denn es steht geschrieben (Psalm 91,11-12): »Er wird seinen Engeln für dich Befehl geben; und sie werden dich auf den Händen tragen, damit du deinen Fuß nicht an einen Stein stößt.« 7 Da sprach Jesus zu ihm: Wiederum steht auch geschrieben (5. Mose 6,16): »Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen.« 8 Wiederum führte ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg und zeigte ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit 9 und sprach zu ihm: Das alles will ich dir geben, wenn du niederfällst und mich anbetest. 10 Da sprach Jesus zu ihm: Weg mit dir, Satan! Denn es steht geschrieben (5. Mose 6,13): »Du sollst anbeten den Herrn, deinen Gott, und ihm allein dienen.« 11 Da verließ ihn der Teufel. Und siehe, da traten Engel herzu und dienten ihm.
(Matthäus 4,1-11)


Predigtimpuls
Im Evangelium werden wir mitgenommen in die Wüste. Es ist der Beginn von der Wirkungsgeschichte des erwachsenen Jesus. Gerade hat er sich taufen lassen von Johannes im Jordan, jetzt sucht er die Wüste auf um zu fasten. Jesus bereitet sich vor auf das, was kommt. Auf seinen Weg durch Galiläa, auf seine Begegnungen mit den Menschen, auf das, was am Ende seines Weges steht. 40 Tage bleibt er in der Wüste. 40 Tage ohne Nahrung und Jesus ist sosehr Mensch, dass er den Hunger spürt, dass er regelrecht ausgehungert ist. Und dann begegnet ihm da der Satan, so heißt es, und versucht ihn. Wenn du der Sohn Gottes bist, dann mach doch aus den Steinen Brot. Wenn du der Sohn Gottes bist, dann spring doch vom höchsten Turm — Gott wird dich bewahren. Später am Kreuz werden die Menschen Jesus verspotten: Wenn du der Sohn Gottes bist, so hilf dir doch selbst und steig herab vom Kreuz.
Wenn, dann. Beweis es. Beweise wer du bist und beweise, was du kannst.
Doch Jesus denkt gar nicht daran, solchen Aufforderungen nachzukommen und dieses Spiel mitzuspielen. Nicht in der Wüste und auch nicht am Kreuz.

40 Tage in der Wüste. An diesen 40 Tagen macht sich auch die kirchliche Fastenzeit fest. Von Aschermittwoch bis Ostersonntag sind es genau 40 Tage, wenn man die Sonntage nicht mitzählt. Sie sind Feiertage und an ihnen wird nicht gefastet. Knapp 7 Wochen sind das, und viele Christinen und Christen erleben diese Zeit ganz bewusst. Machen 7 Wochen ohne... oder 7 Wochen mit... oder der 7 Wochen etwas anders. Ob es um den Umgang mit Alkohol Süßigkeiten und Genussmittel geht oder den Konsum von Fernsehen, Fleisch oder Netflix, viele Menschen verzichten auf zu lieb Gewonnenes, wollen freier werden, von dem, was regelrecht den Alltag und unser Selbst bestimmt. Andere kaufen bewusster ein, Fair Gehandeltes oder machen Klimafasten: Wie kann ich menschenfreundlicher und ressourcenschonend leben? Fragen, die durch die Pandemie in den Hintergrund rücken, aber in Wirklichkeit relevant sind wie immer.
Doch dieses Jahr ist auch die Fastenzeit anders. Ich erwische mich dabei, dass ich denke: Oh nein, es ist eh schon alles hart genug. Jetzt nicht auch noch auf irgendetwas verzichten. Nicht noch eine Einschränkung mehr, das brauche ich jetzt nicht. Und wenn ich mich umhöre, geht es anderen auch so. Irgendwie findet zwangsläufig gerade das ganze Leben regional bzw. lokal statt. So ganz stimmt das natürlich nicht, aber der erste Reflex in Sachen Verzicht oder Umdenken ist wirklich so: Gefühlt ist gerade zu viel Verzicht.
Das Wort von Jesus: „Der Mensch lebt nicht nur vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus Gottes Mund kommt“ spricht mich in dieser Situation an. Wir kennen es meist nur verkürzt: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein“ und meinen dann damit, dass es so viel mehr gibt als die leibliche Nahrung - so viel mehr, das unser Leben schön und lebenswert macht. Gerade in der verordneten Enthaltsamkeit merken wir, wie sehr uns alles fehlt: Echte Kontakte, von Angesicht zu Angesicht. Gesellige Abende, ein gemeinsamer Ausflug, Kino, Theater, Gottesdienste. Das alles ist wie die Farbe in unserem Leben, im Moment ist es eher viel grau in grau.
Aber vielleicht ist es gerade deshalb sinnvoll, die kommenden Wochen bis Ostern besonders in den Blick zu nehmen. Gerade im Lockdown haben sich vielleicht Gewohnheiten eingeschlichen, die uns nicht gut tun. Und ganz bestimmt gibt es Möglichkeiten bei allen Einschränkungen noch einmal darauf zu schauen, wie wir uns und vor allem auch anderen gut tun können. In unserer Mitarbeiterrunde kam der Vorsatz auf: Sieben Wochen ohne schlechte Laune. Oder Sieben Wochen jeden Tag für sich betrachten und ganz gegenwärtig leben anstatt sich mit Plänen zu quälen, die man dann eh wieder ändern muss.
In jedem Fall ist die Passionszeit auch in diesem Jahr Teil unseres Glaubensweges. Sie passt vielleicht sogar besser als sonst zum allgemeinen Lebensgefühl. Und ganz persönlich: Was kann es gerade jetzt bedeuten, dass Jesus, das Gott Entbehrung, Schmerz und Angst kennen. Passion- eine Zeit des Mitfühlens und des sich auf den Weg Machens, Gott im Alltag finden. Die Zeit vor Ostern lädt uns in besonderer Weise dazu ein. Amen.
Amen


Wir hören/singen das Lied „Ich möchte, dass einer mit mir geht“ (EG 209)
1) Ich möcht', dass einer mit mir geht,
der's Leben kennt, der mich versteht,
der mich zu allen Zeiten kann geleiten.
Ich möcht', dass einer mit mir geht.

2) Ich möcht', dass einer mit mir geht,
der auch im Schweren zu mir steht,
der in den dunklen Stunden mir verbunden.
Ich möcht', dass einer mit mir geht.

3) Es heißt, dass einer mit mir geht,
der's Leben kennt, der mich versteht,
der mich zu allen Zeiten kann geleiten.
Es heißt, dass einer mit mir geht.

4) Sie nennen ihn den Herren Christ,
der durch den Tod gegangen ist;
er will durch Leid und Freuden, mich geleiten.
Ich möcht', dass einer mit mir geht.
Fürbittgebet
Gott, wir bitten dich, öffne unsere Herzen und Sinne,
dass wir nicht nur auf uns schauen, sondern auch unsere Mitmenschen sehen.
Dass wir nicht nur klagen, sondern auch danken können.
Dass wir aber auch zu klagen wagen, wenn uns danach zumute ist.
Gott, wir bitten dich, erbarme dich!

Begleite uns durch die kommenden Wochen. Öffne unsere Herzen für deine Botschaft und hilf uns den Leidensweg Jesu für uns zu verstehen.
Gott, wir bitten dich, erbarme dich!

Wir gedenken derer, die verlassen sind und die niemand sehen will. Wir denken an die Flüchtlinge in den Lagern von Lesbos und Moria und Bosnien. Befreie uns von unserem einseitigen Blick auf Infektionszahlen und Impfstoffe. Mach uns wach für das vergessene Leiden jenseits von Covid. Und bitte, Gott, hilf!
Gott, wir bitten dich, erbarme dich!

Unsere Gedanken sind bei den schwer Kranken und Sterbenden. Bei denen, die in Angst sind um geliebte Menschen. Sei du ihnen Licht und stell ihnen Menschen zur Seite, die sie begleiten. Behüte und stärke die Pflegenden.
Gott, wir bitten dich, erbarme dich!
Gott, dir halten wir alles hin, was uns bewegt. In der stille bringen wir es vor dich.
Stille
Gott, wir bitten dich, erbarme dich!
Wir beten das Vaterunser
Vater unser im Himmel
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld.
Wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich,
und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
Amen
Wir stellen uns unter Gottes Segen
Gott segne Dich und Gott behüte Dich
Gottes Angesicht leuchte über Dir und sei Dir gnädig.
Gott hebe das Angesicht über dich und gebe Dir Frieden.
Amen

Andacht zum Sonntag Estomihi, 14.02.2021

Hier können Sie die Andacht zum Sonntag Estomihi von Pastorin Maren Gottsmann auch als PDF herunterladen.

Im Vertrauen auf Gottes Gegenwart feiern wir diesen Gottesdienst.
Im Vertrauen auf Gottes Liebe, die uns begleitet.
Und die uns Mut macht, einander zu begleiten.

Eigentlich bin ich ganz anders, nur komme ich so selten dazu!
Dieser Satz stammt von Ödön von Horvath und steht über den kommenden 7 Wochen der Fastenaktion von AndereZeiten. 7 Wochen anders leben. Darum geht es. Darum darf es gehen, wenn in uns dieser Impuls ist: „Eigentlich...“. Eigentlich könnte ich doch mal und eigentlich müsste ich endlich... Die kommenden 7 Wochen sind eine Probezeit, in der wir etwas wagen dürfen. Mehr Briefe statt Mails, mehr Yoga statt Wein, mehr Dankbarkeit zeigen statt Rechthaben wollen.... Also: mehr Spielraum, so das diesjährige Fastenmotto der EKD (https://7wochenohne.evangelisch.de/). Welcher Spur wir auch immer folgen wollen, am Ende dieser Zeit werden wir etwas mehr über uns erfahren haben, über andere, über Gott. Wir werden uns nähergekommen sein.
Das möge uns hoffnungsvoller werden lassen. Denn vielleicht ist es das, was wir alle in diesen Wochen am Nötigsten brauchen. Hoffnung.

Und so feiern wir diesen Gottesdienst. Mit Abstand — und doch verbunden.

Nach Psalm 51: (Aus: lieder zwischen himmel und erde)
Sag ja zu mir, wenn alles nein sagt,
weil ich so vieles falsch mache.
Wenn Menschen nicht verzeihen können,
nimm du mich an trotz aller Schuld.
In Jesus ist uns Heil gegeben,
denn er war ganz für andere da.
An ihm will ich mein Leben messen.
Doch oft setz ich allein das Maß.
Gib mir den Mut, mich selbst zu kennen,
mach mich bereit zu neuem Tun,
und reiß mich aus den alten Gleißen.
Ich glaube, dann wird alles gut.
Denn wenn du ja sagst, kann ich leben,
stehst du zu mir, dann kann ich gehen,
dann kann ich neue Lieder singen
und selbst ein Lied für andere sein.
Wir singen Brich mit den Hungrigen dein Brot, gespielt von Finnegan Schulz
1. Brich mit den Hungrigen dein Brot, sprich mit den Sprachlosen ein Wort, sing mit den Traurigen ein Lied, teil mit den Einsamen dein Haus.

2. Such mit den Fertigen ein Ziel, brich mit den Hungrigen dein Brot, sprich mit den Sprachlosen ein Wort, sing mit den Traurigen ein Lied.

4. Sing mit den Traurigen ein Lied, teil mit den Einsamen dein Haus, such mit den Fertigen ein Ziel, brich mit den Hungrigen dein Brot.

5. Sprich mit den Sprachlosen ein Wort, sing mit den Traurigen ein Lied, teil mit den Einsamen dein Haus, such mit den Fertigen ein Ziel.
Der Predigtabschnitt für diesen Sonntag vor der Passionszeit steht beim Propheten Jesaja,
Jesaja 58, 1-9a

(1) So spricht Gott zum Propheten: Rufe getrost, halte nicht an dich! Erhebe deine Stimme wie eine Posaune und verkündige meinem Volk seine Abtrünnigkeit. Und dem Hause Jakob seine Sünden! (2) Sie suchen mich täglich. Und begehren, meine Wege zu wissen. Als wären sie ein Volk, das die Gerechtigkeit schon getan und das Recht seines Gottes nicht verlassen hätte. Sie fordern von mir Recht; sie begehren, dass Gott sich nahe. (3) „Warum fasten wir, und du siehst es nicht an? Warum kasteien wir unseren Leib, und du willst es nicht wissen?“
Siehe, an dem Tag, da ihr fastet, geht ihr doch euren Geschäften nach. Und bedrückt alle eure Arbeiter. (4) Siehe, wenn ihr fastet, hadert und zankt ihr. Und schlagt mit gottloser Faust drein. Ihr sollt nicht so fasten, wie ihr jetzt tut, wenn eure Stimme in der Höhe gehört werden soll.
(5) Soll das ein Fasten sein, an dem ich Gefallen habe, ein Tag, an dem man sich kasteit: Wenn ein Mensch seinen Kopf hängen lässt wie Schilf und in Sack und Asche sich bettet? Wollt ihr das ein Fasten nennen und einen Tag, an dem Gott Wohlgefallen hat?
(6) Andersherum ist das ein Fasten, an dem ich Gefallen habe: Lass los, die du mit Unrecht gebunden hast! Lass ledig, auf die du das Joch gelegt hast! Gib frei, die du bedrückst; reiß jedes Joch weg! (7) Brich dem Hungrigen dein Brot, und die im Elend ohne Obdach sind, führe ins Haus! Wenn du einen nackt siehst, so kleide ihn, und entzieh dich nicht deinem Fleisch und Blut! (8) Dann wird dein Licht hervorbrechen wie die Morgenröte. Und deine Heilung wird schnell voranschreiten. Und deine guten Taten werden vor dir hergehen. Und Gottes Herrlichkeit folgt Dir wie ein starker Schutz. (9) Dann wirst du rufen, und Gott antwortet dir. Wenn du schreist, wird er sagen: Siehe, hier bin ich.


Predigt
Jan Martens kämpft grade gegen mehrere Bedrohungen. Der Chirurg und Intensivmediziner in einer unserer Hamburger Kliniken kümmert sich u.a. um Covid-19-Patient*innen. Das ist das eine. Das andere: dass sein heute 8jähriger Sohn vor zwei Jahren anfing, ihm Fragen zur Klimakrise zu stellen. Und er begann, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Er baute Doctors for Futur mit auf und gründete in der Pandemie die Klimaliste Hamburg, die als Partei antreten will.

Früher, so sagt er, habe er sich damit beruhigt, dass es schon gut gehen werde. Den sauren Regen habe man doch auch in den Griff bekommen und als Arzt hatte er sowieso genug Aufgaben und Nöte zu bewältigen. Doch die Zweifel wuchsen, und die Sorge um die Zukunft seiner Kinder. Was braucht es, um Hoffnung zu bekommen - für das eigene Leben und das der Welt um uns herum?

Politisch aktiv zu werden gegen die Klimakrise ist für ihn nun der richtige Weg.

Was braucht es, um Hoffnung zu bekommen, für sich und für die Welt?

Vielleicht ging es damals den Menschen in Israel auch darum. Dort spricht der als Trito-Jesaja (der Dritte Jesaja) bezeichnete Prophet in eine triste Situation seines Volkes. Die Zeit der Verbannung ins Exil ist überwunden. Doch die Heimgekehrten finden ein immer noch verwüstetes Land vor. So viel ist zu tun: Häuser und Straßen bauen, eine schützende Mauer um Jerusalem schließen, der zerstörte Tempel muss neu errichtet werden... Aber alles braucht lange, und das ermüdet die Menschen.

Ich stelle mir vor, wie irgendwann wohl die schlimmsten Hungerzeiten vorübergehen. Doch die wirtschaftliche Lage bleibt schwierig; die Kluft zwischen Arm und Reich verbreitert sich. Die Ordnungen des Lebens, öffentlich wie privat, gelingen nur bruchstückhaft.

Über verordnete Fastentage versucht man das Gedächtnis an die Schrecken des Krieges zu bewahren und gleichzeitig Voraussetzungen für eine Umkehr und Erneuerung zu schaffen. Doch Verbesserungen sind nicht zu erkennen. Was bringt das ganze Bemühen? Enttäuschung breitet sich aus und schließlich Zorn und Zweifel. Mit Gewalt wollen die Menschen das Heil erzwingen, das sich durch Fasten und Beten nicht einstellt. Der Umgang wird härter, die Verantwortung füreinander gerät aus dem Blick und statt geht es immer mehr darum, das eigene Wohlergehen durchzusetzen.

Wenn schon die großen Hoffnungen verloren geht, dann doch wenigstens das kleine Glück für mich alleine sichern, so mögen viele damals gedacht haben.

Die Reaktion des Propheten Jesaja darauf in unserem Abschnitt zählen für mich zu den vertrautesten und wichtigsten biblischen Texten. Klare Worte. Scharfe Worte. Wie oft gelesen und genutzt, um mir und anderen zu sagen: Da geht?s lang, und da gerade nicht. Ich hatte mit bisher wenig Gedanken um die gemacht, von denen in der Überschrift der Lutherbibel angedeutet ist: Das sind die mit dem falschen Fasten. Doch in diesem Jahr angesichts der Pandemie höre ich zum ersten Mal auch einen anderen Ton bei Jesaja. Ich höre, dass auch sie nach einer Hoffnung suchen und sich sehnen nach dem, woran sie sich orientieren können und was ihnen Halt geben könnte. Sie sind müde und vielleicht auch frustriert und verzweifelt, Und das macht manchmal wütend und kurzsichtig. Für größere Zusammenhänge sind keine Kraft und kein Vertrauen mehr da. Es reicht einfach. Da geht es dann nur noch um das eigene kleine Glück. Das kennen wir doch, oder? Und zum ersten Mal höre ich, dass der Prophet um gerade sie wirbt und sie nicht einfach verurteilt, wenn er verkündet:

Das ist ein Fasten, an dem ich Gefallen habe: Lass los, die du mit Unrecht gebunden hast! Gib frei, die du bedrückst; Brich dem Hungrigen dein Brot, und die im Elend ohne Obdach sind, führe ins Haus.

Also, so verstehe ich Jesaja heute: Wenn wir Hoffnung zurückgewinnen wollen für uns und diese Welt, dann geht es nur so herum, bei der Welt anzufangen, und gerade nicht den Blick auf uns zu verkürzen.

Und so ist es richtig, dass sich Deutschland mit seinem Reichtum nicht den Impfvorrat für sich selber gesichert hat, sondern sich eingebunden weiß in einer größeren Gemeinschaft. Covid-19 können wir nur für alle Menschen in der Welt besiegen — oder gar nicht. Und die Toten in England hinterlassen ebenso Trauernde wie die Toten in Deutschland. Jede und jeder, der stirbt, ist zu viel. Und es wäre dringend angebracht, neben der Diskussion um Impfungen endlich auf die Ursache dieses und andrer Viren zu schauen, die ihren Grund haben auch in dem, wie wir leben. Diese Viren entstehen in der hohen Dichte an Tierpopulationen, die Teil unserer industriellen, möglichst billigen Lebensmittelproduktion ist. Und sie dehnt sich inzwischen auf die Wildtierlandwirtschaft aus und führt zu immer größeren Schnittstellen, die die Ausbreitung solcher Krankheitserreger verstärken. Auch hier gilt es schon längst, dass wir alle anders handeln, anders konsumieren, müssen, auch um unser selber willen. (1)

Wenn ihr einander helft, die Not des Nächsten seht und nicht achtlos daran vorübergeht, so heißt es am Ende des Abschnittes bei Jesaja, dann strahlt euer Glück auf wie die Morgenröte. Eure guten Taten gehen euch voran; und Gottes Herrlichkeit folgt euch nach wie ein starker Schutz.

Oder wie es die junge Slam Poetin Amanda Gorman bei der Vereidigung von Joe Biden formulierte — ein Text, an den uns Sabine Jahrbeck im aktuellen Newsletter im Editorial erinnert hat:

Die Morgendämmerung blüht, wenn wir sie freilassen.
Denn da war immer Licht,
wenn wir nur mutig genug sind, es zu sehen,
wenn wir nur mutig genug sind, es zu sein.

Ich wünsche der Welt — und uns - dass wir immer mutiger werden.
Amen
(1) Vgl. „Unterm Brennglas: Seuchen-Kapitalismus“, Florian Zollmann, in: Publik-Forum EXTRA Leben; Ausgabe Februar 2021


Wir singen gemeinsam, begleitet von Finnegan Schulz: „Wenn das Brot, das wir teilen...“
Melodie: Kurt Grahl - Text: C.P. März
1.Wenn das Brot, das wir teilen, als Rose blüht
Und das Wort, das wir sprechen, als Lied erklingt,
Dann hat Gott unter uns schon sein Haus gebaut,
Dann wohnt er schon in unserer Welt.
Ja, dann schauen wir heut schon sein Angesicht
In der Liebe, die alles umfängt,
In der Liebe, die alles umfängt.

2.Wenn das Leid jedes Armen uns Christus zeigt,
Und die Not, die wir lindern, zur Freude wird,
Dann hat Gott unter uns schon sein Haus gebaut,
Dann wohnt er schon in unserer Welt.
Ja, dann schauen wir heut schon sein Angesicht
In der Liebe, die alles umfängt,
In der Liebe, die alles umfängt.

3.Wenn die Hand, die wir halten, uns selber hält
Und das Kleid, das wir schenken, auch uns bedeckt,
Dann hat Gott unter uns schon sein Haus gebaut,
Dann wohnt er schon in unserer Welt.
Ja, dann schauen wir heut schon sein Angesicht
In der Liebe, die alles umfängt,
In der Liebe, die alles umfängt.

4.Wenn der Trost, den wir geben, uns weiter trägt,
Und der Schmerz, den wir teilen, zur Hoffnung wird,
Dann hat Gott unter uns schon sein Haus gebaut,
Dann wohnt er schon in unserer Welt.
Ja, dann schauen wir heut schon sein Angesicht
In der Liebe, die alles umfängt,
In der Liebe, die alles umfängt.
Fürbitte
Für die Menschen,
die keine Hoffnung mehr haben
in Krankenhäusern oder auf der Straße,
in den Flüchtlingslagern weltweit,
in den Kriegsregionen
bitten wir dich in der Stille.
Stille


Für die Erschöpften
durch die Belastung von Homeschooling und Homeoffice,
durch Existenznöte,
durch die alltäglichen Herausforderungen in Kita und Pflege,
in Krankenhäusern, als Lehrerinnen und Lehrer
bitten wir dich in der Stille.
Stille


Für die, die sich engagieren für andere
Die beharrlich bleiben und Zuversicht verbreiten,
die sich kümmern und so vieles bedenken
bitten wir dich in der Stille
Stille


Für die in den Krisenregionen der Welt,
die sich nicht einschüchtern lassen,
die ihre Angst überwinden und auf Demokratie
und Gerechtigkeit setzen.
In Myanmar und Russland, im Belarus.
Bitten wir dich in der Stille
Stille
Vater unser
Vater unser im Himmel
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld.
Wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich,
und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
Amen
Segen
Gott segne Dich und Gott behüte Dich
Gottes Angesicht leuchte über Dir und sei Dir gnädig.
Gott schaue Dich freundlich an und schenke Dir Frieden.
Amen
Abschließend hören wir von Edvard Grieg - Anitras Tanz, gespielt von Finnegan Schulz

Kirchen-Chronik

Chronik zum 250. Jubiläum der Kirche am Markt. Seit einiger Zeit ist das Buch unter dem Titel „Schön achteckig, mit einer Thurmspitze in der Mitte“ erhältlich.

Der Geschichtsverein Forum Kollau e. V. hat in Kooperation mit der Kirchengemeinde Niendorf eine Kirchen-Chronik erarbeitet. Autorin ist die Kirchenhistorikerin Dr. Veronika Janssen. Es ist ein umfangreiches, reich illustriertes Werk entstanden, das die Geschichte der Kirche im Spiegel der Zeitläufe schildert. Auch Pastor Daniel Birkner, der hier auf dem Foto die Chronik vor der Kirche am Markt in Händen hält, war im Chronik-Team aktiv.
 

Schön achteckig, mit einer Thurmspitze in der Mitte

Die Niendorfer Kirche wurde 1770 eingeweiht und steht seitdem inmitten so großer Veränderungen. Sorgsam gehegt und gepflegt strahlt sie weit über den Stadtteil hinaus. Für ihren 250. Geburtstag haben viele Menschen, die mit ihr und um sie herum leben, ihre Geschichte aufgeschrieben. Entstanden ist unter dem Titel "Schön achteckig, mit einer Thurmspitze in der Mitte" eine lebendige Zeitreise durch die Jahrhunderte des Niendorfer Lebens, versehen mit vielen Hintergründen und Exkursen, reich bebildert und durch historische Dokumente angereichert.

Schön achteckig, mit einer Thurmspitze in der Mitte
1770 - 2020 | 250 Jahre Kirche am Markt zu Niendorf
Chronik der Gemeinde und des Stadtteils Niendorf
224 Seiten, gebunden mit über 300 mehrfarbigen Abbildungen
Veronika Janssen, Edition Forum Kollau 2020
ISBN 978-3-00-065523-4
EUR 24,50

Hier ist die Chronik erhältlich
Die Kirchen-Chronik kann in unseren Gemeindebüros und an folgenden Verkaufsstellen erworben werden:

LOKSTEDT
Asmussen & Schäfer Hörakustik, Vogt-Wells-Straße 8
Kleines Hofcafé, Grelckstraße 19

NIENDORF
Buchhandlung Thalia, Tibarg Center, Tibarg 41
Büchereck Niendorf Nord, Nordalbingerweg 15
HASPA Finanz-Center Niendorf, Tibarg 46-48
Haus der Dame, Tibarg 1a

SCHNELSEN
Schnelsener Büchereck Land- und Seekarten, Glißmannweg 7

EIDELSTEDT
Heymann Bücher, Eidelstedter Platz 1
 

Unser Newsletter: GlaubeLiebeHoffnung

Mut machende Gedanken, eine Andacht zum jeweiligen Sonntag und verschiedene Inspirationen zum Mitmachen können Sie - so lange unsere Gemeindehäuser geschlossen sind - jeden Samstagmittag in Ihre E-Mail-Postfächer bekommen.

Wenn Sie Wünsche haben oder mit anderen etwas teilen möchten, schreiben Sie uns gerne eine Mail an
Wenn Sie unseren Newsletter noch nicht abonniert haben, können Sie das unten gerne tun. Auf Wunsch schicken wir Ihnen die Andacht im Newsletter auch per Post zu, bitten wenden Sie sich bei Bedarf an das Büro der Verheißungskirche unter 040 / 57 14 830.

Weihnachten online für alle

Hier geht es zu unseren drei Angeboten für zu Hause zum Anschauen und Zuhören. Kinder, Jugendliche und Erwachsene — für jeden ist was dabei. Wir wünschen Ihnen und euch viel Freude.

 

Und sie folgten einem Stern — Ein Krippen-Hörspiel für Kinder

Mit dem Beginn des Light -Lockdowns Anfang November endeten auch die Singschule Chorproben in der Verheißungskirche. Die Mädchen und Jungenchöre sowie die Kurrende probten dann die Szenen und die Lieder per Zoom weiter. Alle Kinder waren motiviert dabei und übten die Lieder und ihre Texte fleißig zu Hause, dafür haben sie auch Übe-mp3s erhalten.

Ende November haben wir zuerst die Texte und dann zwei Wochen später die Lieder aufgenommen. Dafür ist jedes Kind alleine ins Gemeindehaus gekommen und hat im Konfirmandenraum in unserem kleinen improvisierten Tonstudio ihre Aufnahme gemacht. Es war ein Riesenprojekt mit vielen Zoomproben, Einzelproben und Aufnahmen. Nun ist alles fertig geschnitten und wir sind alle sehr stolz auf unser Hörspiel! Vielen Dank auch an Laurin Halberstadt für das technische Gelingen dieses großen Hörspielprojektes. Wir wünschen allen kleinen und großen Zuhörenden frohe Weihnachten!

Krippenspiel der Singschule

 

Krippenspiel der Jugend

Bereits im Sommer begannen erste Überlegungen zu einem Krippenspiel der Jugend. Alles war vorbereitet. Doch dann, kam der Lockdown- wenn auch light. Aber es musste doch möglich sein, mit gebotener Umsicht und Vorsicht, ein Krippenspiel light zu drehen?!? Dann fiel auch noch die Filmerin aus. Fragen über Fragen: Wer kann schneiden, wer hat eine gute Kamera, haben wir die Zeit das Krippenspiel umzuschreiben für weniger Leute, Kohorten zu finden, die sich als Personen nah sein können, wer kann und mag überhaupt mitmachen unter den Bedingungen? Drehen geht nur an frischer Luft, welche Plätze sind geeignet? Gesegnet mit Aktiven: Teamer*innen, Konfirmand*innen, Pastor*innen und Gemeindemitgliedern, und der Idee und Zusage eines Gemeindemitgliedes, „ich habe da einen freien Mitarbeiter, der die Aufnahme schneiden kann!“ konnten wir ab dem 26.Oktober 2020 das Projekt Krippenspiel weiterführen. Herzlichen Dank an ALLE, die das Krippenspiel möglich gemacht haben. Frohe Weihnachten!
 

Krippenspiel der Jugend

 

Weihnachtsgottesdienst aus der Kirche am Markt

Schon vor längerer Zeit war die Entscheidung getroffen worden, zu Weihnachten einen Gottesdienst als Film aufzunehmen. Nach den positiven Erfahrungen im Frühjahr, gingen wir wieder auf Lukas Keuchel zu, der diesen Film mit uns gedreht und anschließend geschnitten hat. Herausgekommen ist ein Gottesdienst mit viel Musik und Liedtexten zum Mitsingen, der Weihnachtsgeschichte, einer Predigt in drei Teilen — alles aufgenommen mit Haupt- und ehrenamtlichen Menschen aus unserer Gemeinde. Mit diesem Gottesdienst wünschen wir allen gesegnete und auch frohe Weihnachten. Seid behütet!
 

Weihnachtsgottesdienst aus der Kirche am Markt


Der KGR berichtet

Ein besonderes Jahr für die Kirchengemeinde Niendorf

Im Rahmen der alljährlich stattfindenden Gemeindeversammlung hätte Ihnen der Kirchengemeinderat gerne von den Gemeindeaktivitäten im vergangenen Jahr berichtet. Aufgrund der Corona-Pandemie haben wir uns dazu entschieden, die Gemeindeversammlung in diesem Jahr nicht stattfinden zu lassen und dennoch möchte sich der Kirchengemeinderat an Sie, liebe Gemeinde, wenden.
In Form eines Videos haben die Mitglieder*innen Ihren Bericht aufgezeichnet. Wir wünschen viel Freude beim Anschauen!
 
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